Künstlerstatement
Alles begann mit einem alten hölzernen Kochlöffel. Anstatt ihn zu entsorgen, spitzte ich seinen Griff mit einem Spitzer an und sägte ihn ab. Diese Spitze wurde zu meinem täglichen Begleiter.
Meine Arbeit entwickelt sich aus der Faszination für Räumlichkeit, haptische Oberflächen, Design und der Wiederholung. Der Schwerpunkt ist die Suche nach einer Grundordnung von regelmäßigen und unregelmäßigen geometrischen Oberflächen. Methodische Ansätze unterstützen meinen Arbeitsprozess, welcher durch geschicktes Handwerk ein einzigartiges Seherlebnis erzeugt.
Farbe verstehe ich in meiner Arbeit nicht als Malerei, sondern als Material. Sie hilft mir, gemeinsam mit Licht und Schatten Wechselwirkungen zu erzeugen und den Betrachter auf ein komplexes Spiel der Wahrnehmung mitzunehmen. Betrachtet man ein Spitzenobjekt aus der Ferne, so ist es ein Zusammenspiel vieler kleiner Spitzen, welche sich zu einem Gesamten fügen und Illusionen von Bewegungen vermitteln. Bei näherer Betrachtung rücken einzelne Spitzen in den Fokus und die Wahrnehmung verändert sich, das Gesehene scheint sich aufzulösen.
Die Leidenschaft zur Kunst ist lebendig und dauert an. Mein Zugang ist hauptsächlich autodidaktisch. Für mich ist die Kunst eine Kombination aus der Liebe zum Handwerk, einem Zusammenspiel von Talent und Praxis sowie der Hingabe und Disziplin.
Texte
Sergej Alöchin -Spitzenobjekte und aktives Sehen
Er beschäftigt sich mit seinen sogenannten „Spitzenobjekten“ – reliefartigen Oberflächen, die sich optisch verändern, wenn man sich durch den Raum bewegt. Ihm geht es im Kern darum, eine Form, ein Muster, welches wir täglich betrachten oder in den Händen halten in seine Objektkunst einzubeziehen.
Man kann sagen: Bei ihm ist das Sehen keine Einbahnstraße. Er fordert uns auf, Sehen als aktiven Prozess zu begreifen: Je nachdem, wo wir stehen, was wir erwarten, wie wir uns bewegen, zeigt das Spitzenobjekt ein anderes Gesicht. Durch die Wechselwirkung von Licht und Schatten entsteht eine Eigendynamik.
In dieser Ausstellung begegnen wir seinen Arbeiten als schimmernden, rätselhaften, immer lebendigen Oberflächen – perfekt für eine Zeit, in der vieles in Bewegung ist und wir unser Gleichgewicht immer wieder neu finden müssen.
Alexander Höllwarth, Galerist